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Mineralhaushalt vor der Schwangerschaft: warum Mineralien über das Leben deines Kindes mitentscheiden

Du hast dich entschieden, dass ein Kind kommen darf, und auf einmal schaust du ganz anders auf deinen Körper. Du fängst an, beim Einkaufen genauer hinzusehen, du lässt das Glas Wein, die Süßigkeiten und Fast Food weg und beginnst mit der Folsäure, die dir geraten wurde, weil du in den nächsten Monaten alles so gut machen willst, wie es nur geht. Beim Frauenarzt heißt es, deine Werte seien in Ordnung und du sollst einfach weiter die Multinährstoffsupplements aus der Drogerie oder Apotehke nehmen. Aber trotzdem bleibt da so ein leises Gefühl, dass das nicht der richtige Weg sein kann.. Dieses Gefühl trügt dich nicht. Denn die Vorbereitung auf eine Schwangerschaft beginnt nicht erst mit dem positiven Test, sondern auf einer Ebene, die ein Standard-Blutbild und eine Folsäure-Tablette oder ein Multinährstoffpräperat gar nicht erfassen: bei deinem Mineralhaushalt vor der Schwangerschaft. Ich möchte dir hier in Ruhe zeigen, warum genau diese Ebene so viel mit dem Leben deines Kindes zu tun hat, und warum es sich lohnt, sie schon vorher in den Blick zu nehmen, statt erst, wenn das Baby längst unterwegs ist.

Dein Körper ist der erste Ort, an dem dein Kind lebt

Stell dir einmal vor, was dein Kind in den ersten Wochen umgibt: nicht ein Kinderzimmer, nicht deine Arme, sondern dein Inneres. Alles, was es zum Wachsen braucht, holt es sich aus dir, über die Plazenta, also das Organ, das Mutter und Kind während der Schwangerschaft verbindet und versorgt. Dein Körper ist in dieser Zeit sein ganzes Zuhause, seine Speisekammer und seine Bibliothek an Bausteinen zugleich. Und genau hier wird ein Punkt wichtig, über den fast niemand spricht. Über dieselbe Plazenta, über die dein Kind all die guten Mineralien bekommt, die es so dringend braucht, bekommt es eben auch das, was bei dir zu wenig vorhanden ist, und das, was sich an Belastendem angesammelt hat. Belastende Metalle und viele Schadstoffe wandern während der Schwangerschaft direkt durch die Plazenta von der Mutter zum Kind, und genauso werden auch die Mineral-Mängel, Schwermetalle und Toxine weitergegeben. Dein Kind startet damit nicht bei null, sondern mit der mineralischen Grundausstattung, die dein Körper im Moment der Empfängnis gerade zu bieten hat. Das klingt erst einmal viel, ist aber eigentlich eine wunderbare Nachricht, denn es bedeutet auch: Was du heute für deine eigene mineralische Balance tust, gibst du eines Tages nicht als Belastung weiter, sondern als Stärke.

Was selten erklärt wird: deine Mineralien entscheiden mit, welche Gene überhaupt richtig gelesen werden

Vielleicht hast du, seit der Kinderwunsch da ist, auch schon Angst vor dem Wort gehabt, das in jedem Beipackzettel und jeder Broschüre auftaucht: Gendefekte. Hier möchte ich dir etwas Beruhigendes und gleichzeitig sehr Spannendes mitgeben, weil es die ganze Sache in ein anderes Licht rückt. Es gibt ein ganzes Forschungsfeld, das sich Epigenetik nennt, und das beschreibt einfach gesagt, dass nicht nur deine Gene selbst zählen, sondern auch, welche von ihnen an- und welche ausgeschaltet werden. Man kann sich das vorstellen wie eine riesige Klaviatur: Die Tasten, also die Gene, liegen fest, aber welche Melodie am Ende gespielt wird, hängt davon ab, welche Tasten angeschlagen werden. Und was drückt auf diese Tasten? Genau das, was im Körper vorhanden ist. Bestimmte Mineralien und Nährstoffe schalten Gene an, während belastende Metalle und Schadstoffe das richtige Ablesen stören können. Eine gestörte Genablesung ist oft der eigentliche Hintergrund vieler angeborener Schwierigkeiten, und das eben nicht, weil mit den Genen selbst etwas nicht stimmt, sondern weil ihnen die richtige Begleitung (bzw. das richtige Millieu) fehlt. Dass an dieser Verbindung etwas dran ist, zeigt auch die Forschung. Eine Untersuchung der Harvard-Geburtskohorte Project Viva, veröffentlicht im Fachjournal Clinical Epigenetics, fand bei zwölf untersuchten Metallen einen Zusammenhang zwischen der Metallbelastung der Mutter in der Schwangerschaft und messbaren epigenetischen Veränderungen, also Veränderungen am An- und Ausschalt-Muster der Gene, im Nabelschnurblut des Kindes. Was die Mutter in sich trägt, hinterlässt also tatsächlich Spuren in der Art, wie der Körper des Kindes seine eigenen Gene später liest. Genau deshalb ist es mir so wichtig, hier sauber zu unterscheiden: Vieles, was wie ein echter Fehler in den Genen aussieht, ist in Wahrheit ein angeborenes Ungleichgewicht, das zwar vorhanden ist, aber nicht in den Chromosomen festgeschrieben wurde, sondern schlicht von der Mutter übernommen wurde. Ein echter Gen- oder Chromosomenfehler ist etwas anderes, und nichts, worauf dein Mineralhaushalt direkten Einfluss hätte. Aber diese mineralische Grundlage, die dein Kind mitbekommt, die liegt tatsächlich zu einem guten Teil in deiner Hand.

Warum sich belastende Metalle ausgerechnet dort einnisten, wo Mineralien fehlen

Bleibt die Frage, warum diese belastenden Metalle überhaupt so eine Rolle spielen, und hier liegt der eigentliche Kern, der auch erklärt, warum Vorbereitung sich lohnt. Dein Stoffwechsel braucht für unzählige winzige Funktionen jeweils einen ganz bestimmten Mineralstoff als Baustein, und ist dieser Baustein gerade nicht da, lässt dein Körper die Funktion nicht einfach ausfallen, sondern greift zur nächstbesten Notlösung. Diese Notlösung ist oft genau eines der belastenden Metalle, das chemisch ähnlich genug ist, um den Platz einzunehmen, die Aufgabe aber nur noch zu einem Bruchteil erfüllt. Manche dieser Stellen arbeiten mit so einem Ersatz am Ende nur noch mit rund zehn Prozent ihrer eigentlichen Kraft, und genau das summiert sich über den ganzen Körper. Für ein heranwachsendes Kind ist dieser Gedanke besonders bedeutsam, denn viele angeborene Schwierigkeiten entstehen gerade dadurch, dass an wichtigen Stellen die bevorzugten Mineralien durch weniger geeignete ersetzt wurden. Ich erkläre es dir gern mit einem Bild, das ich sehr treffend finde: Deine Erbinformation ist eher eine Vorlage als ein starrer Bauplan, und ob am Ende stabiles Material verbaut wird oder eine Notlösung, hängt davon ab, welche Bausteine im richtigen Moment zur Verfügung stehen. Bei einem Körper, der vor der Schwangerschaft gut mit Mineralien gefüllt ist, greift das Kind viel seltener auf solche Notlösungen zurück, weil schlicht genug gutes Material da ist. Ein gutes Beispiel ist Zink, das nicht nur du, sondern auch dein Kind in großer Menge braucht und das dabei hilft, bestimmte angeborene Schwierigkeiten gar nicht erst entstehen zu lassen. Wenn dein eigener Zinkspeicher schon vor der Empfängnis gut gefüllt und bioverfügbar ist, gibst du davon auch leichter etwas ab. Es geht also weniger darum, im letzten Moment ein Supplement zu schlucken, als darum, dass dein Körper insgesamt etwas zu verschenken hat.

Warum sich die Vorbereitung gerade vor der Schwangerschaft so lohnt

Jetzt kommt der Punkt, der den ganzen Unterschied macht, und der erklärt, warum ich diesen Beitrag überhaupt schreibe. Einen Mineralhaushalt wieder aufzufüllen und in Balance zu bringen geht nicht über Nacht, denn dein Körper hat dabei eine eigene Reihenfolge und ein eigenes Tempo, in dem er weniger geeignete Bausteine nach und nach gegen die passenden austauscht. Oft braucht es Monate, bei jungen Frauen manchmal sogar Jahre, um diese Grundlage spürbar zu verbessern, und genau deshalb ist die Zeit vor der Schwangerschaft so kostbar. Wenn du diese Arbeit schon vorher beginnst, hat dein Körper die Ruhe, sich in seinem eigenen Tempo neu zu sortieren, bevor er die ganze Aufgabe übernimmt, ein zweites Leben zu versorgen. Beginnst du erst mittendrin, kann dein Körper zwar immer noch viel ausgleichen, aber er macht es eben unter Volllast. Und beginnst du erst, wenn das Kind schon da ist, dann ist die wertvolle Phase, in der du die Startausstattung deines Kindes mitgestaltest, bereits vorbei. Frauen, die ihren Mineralhaushalt schon vor der Schwangerschaft ins Gleichgewicht gebracht haben, berichten immer wieder von ruhigeren Schwangerschaften und kräftigeren Babys als bei früheren Schwangerschaften ohne diese Vorbereitung. Das ist keine Garantie, aber es ist eine Erfahrung, die zu allem passt, was wir über Mineralien und das werdende Leben wissen. Eine kleine, oft übersehene Verbindung gehört auch hierher: Schon damit du überhaupt schwanger wirst und es bleibst, braucht dein Körper ein stimmiges Verhältnis seiner Mineralien, allen voran von Kupfer und Zink, die eng mit deinen Hormonen verknüpft sind. Gerät dieses Verhältnis aus dem Lot, kann das auch deine Fruchtbarkeit ausbremsen. Deinen Mineralhaushalt vorzubereiten ist deshalb keine Vorsichtsmaßnahme nur für das Kind, sondern oft auch ein Geschenk an deinen eigenen Wunsch, überhaupt schwanger zu werden.

Worauf du beim nächsten Schritt achten kannst

Vielleicht fragst du dich jetzt, woher du überhaupt wissen sollst, wie es um deine Mineralien steht, wenn beim Frauenarzt doch immer „alles in Ordnung" ist. Das ist eine berechtigte Frage, und die Antwort liegt darin, dass ein Standard-Blutbild und eine Folsäure-Tablette für diese Aufgabe einfach nicht gemacht sind. Das Blut hält seine Werte aus gutem Grund sehr stabil und gleicht ständig aus, und so können sich in deinen Geweben über Wochen längst Lücken aufgebaut oder belastende Metalle eingelagert haben, während dein Blutwert noch völlig unauffällig aussieht. Gerade vor der Schwangerschaft hat eine Frau oft überhaupt keine Symptome und sieht blühend aus, und trotzdem kann die mineralische Balance unter der Oberfläche schon verschoben sein. Genau dafür gibt es die Haarmineralanalyse, also eine Auswertung deiner Mineralien und belastenden Metalle über das Haar, die im Gegensatz zum Blutbild auch die Lager im Gewebe über mehrere Wochen sichtbar macht. Erst wenn du siehst, welche Bausteine dir fehlen, in welchem Verhältnis dein Kupfer und dein Zink zueinander stehen und welche Metalle sich eingenistet haben, lässt sich überhaupt sagen, in welcher Reihenfolge dein Körper sich neu sortieren kann. Genau das ist der Kern von Mineral Balancing, und es ist etwas anderes als wahllos ein paar Pülverchen vor der Schwangerschaft zu schlucken, die im schlechtesten Fall sogar noch eine bestehende Schieflage verstärken. Der wichtigste Schritt ist deshalb gar nicht, sofort irgendetwas einzunehmen, sondern dir erst einmal eine echte Landkarte deines Mineralhaushalts zu machen, und das idealerweise früh, am besten einige Monate, bevor du wirklich schwanger werden möchtest. Du musst dabei nichts überstürzen und dich auch nicht unter Druck setzen, denn diese Vorbereitung ist kein Wettlauf, sondern ein ruhiger Weg, auf dem dein Körper genug Zeit bekommt, um für zwei stark zu werden.
Wenn dich dieses Thema gepackt hat, wirf auch einen Blick auf meinen Beitrag dazu, "warum sich Schwermetalle nur in der richtigen Reihenfolge lösen lassen" Hier Beitrag lesen, und darauf, wie sich ein Kupferüberschuss über Generationen weitergibt. Beides hängt eng mit dem zusammen, was dein Kind eines Tages von dir mitbekommt, und rundet das Bild ab, das du dir hier gerade gemacht hast.
Der Zusammenhang von Metallbelastung in der Schwangerschaft und epigenetischen Veränderungen im Nabelschnurblut ist unter anderem in einer peer-reviewten Untersuchung der Harvard-Geburtskohorte Project Viva dokumentiert (Clinical Epigenetics, 2021: „Prenatal metal exposure, cord blood DNA methylation and persistence in childhood"). Der ganzheitliche Mineralstoff-Ansatz folgt der Tradition des Nutritional Balancing (nach Dr. Paul Eck und Dr. Lawrence Wilson).
Beitrag von Elina Schwarz | Green Healing - Ernährungsberatung & ganzheitliche Hormongesundheit